11. September 2026
Redispatchvorbehalt beeinflusst Wirtschaftlichkeit von Erneuerbaren
Der geplante Redispatchvorbehalt für neue Netzanschlüsse in kapazitätslimitierten Gebieten führt zu einer Reduktion der internen Rendite bei Wind- und Solarparks. Besonders Windkraftanlagen an Land erfahren durch die zeitliche Korrelation von Abregelungen und hohen Börsenstrompreisen eine stärkere wirtschaftliche Belastung.
Die Bundesregierung plant im Rahmen des Netzpakets einen Redispatchvorbehalt, der den Netzanschluss in überlasteten Gebieten unter der Bedingung ermöglicht, dass ein Teil der erzeugten Strommengen im Abregelungsfall für bis zu sechs Jahre nicht entschädigt wird. Analysten haben die Auswirkungen dieser Regelung auf die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte modelliert und dabei einen maximalen Erzeugungsverlust von 20 Prozent in die Kalkulation einbezogen. Die Ergebnisse zeigen eine spürbare Minderung der internen Rendite, wobei Windkraftprojekte aufgrund der spezifischen Preisstrukturen an der Strombörse stärker betroffen sind als Photovoltaikanlagen. Für Projektentwickler gewinnt die Netzverträglichkeitsprüfung durch diese regulatorische Neuerung an Bedeutung, da die finanzielle Tragfähigkeit des Netzanschlusses nun stärker von der Standortwahl und den zu erwartenden Redispatch-Volumina abhängt. Neben den bereits bekannten Faktoren wie dem Baukostenzuschuss und den Netzentgelten müssen Entwickler den Redispatchvorbehalt als zusätzliche Variable in ihre Wirtschaftlichkeitsrechnungen integrieren. Eine präzise Modellierung der Abregelungswahrscheinlichkeit am gewählten Netzverknüpfungspunkt ist essenziell, um die langfristige Rentabilität des Vorhabens sicherzustellen. Projektentwickler sollten bei der Netzanschlussanfrage frühzeitig den Dialog mit dem Netzbetreiber suchen, um die lokale Netzsituation und die potenzielle Betroffenheit durch den Redispatchvorbehalt zu evaluieren. Es empfiehlt sich, die Auswirkungen der 20-Prozent-Regelung auf die interne Rendite in der frühen Projektphase detailliert zu simulieren. Durch eine fundierte Analyse der standortspezifischen Abregelungsrisiken lassen sich fundierte Investitionsentscheidungen treffen und die finanzielle Machbarkeit des Netzanschlusses bereits vor der förmlichen Bauvoranfrage validieren.
Was das für Netzanschlussprojekte bedeutet
Die Einführung des Redispatchvorbehalts erfordert eine Anpassung der Wirtschaftlichkeitskalkulationen für neue Netzanschlussprojekte, um die Auswirkungen auf die interne Rendite präzise zu erfassen.
Quelle: pv magazine Deutschland
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